3 Wege gegen lange OneDrive Pfade: Neue Lösung von Microsoft
Viele Unternehmen kennen die Fehlermeldung „OneDrive Pfad zu lang“, wenn Dateien oder Ordner in Microsoft OneDrive synchronisiert werden. Besonders bei tief verschachtelten Ordnerstrukturen oder langen Organisationsnamen treten diese Probleme regelmässig auf.
Microsoft hat nun eine neue Funktion angekündigt, welche dieses Problem deutlich entschärfen kann. Administratoren können neu den lokalen OneDrive Synchronisationsordner individuell benennen und damit die Länge des gesamten Dateipfades reduzieren. Die neue Richtlinie heisst „Set a custom name for the OneDrive sync folder“.
Microsoft hat angekündigt, dass diese Funktion General Availability erreichen wird mit folgendem Rollout-Zeitplan:
- Start des Rollouts: Mitte März 2026
- Voraussichtlicher Abschluss: Anfang April 2026
- Verfügbarkeit: Worldwide, GCC, GCC High und DoD
Damit steht die Funktion künftig praktisch allen Microsoft 365 Umgebungen zur Verfügung.
Warum das Problem „OneDrive Pfad zu lang“ entsteht
Der lokale OneDrive Sync Ordner wird standardmaessig mit folgendem Namen erstellt:
- OneDrive – <Organisationname>
Gerade bei Unternehmen mit langen Namen verbraucht dieser Ordner bereits viele Zeichen im Dateipfad. Wenn Benutzer anschliessend mehrere Ordner verschachteln, kann schnell die maximale Pfadlaenge erreicht werden.
Typische Limitationen:
Windows hat historisch eine Pfadlimitierung von ca. 260 Zeichen.
- OneDrive und SharePoint erlauben maximal 400 Zeichen für Pfad + Dateiname.
Beispiel eines typischen Pfades:
- C:\Users\Dominik\OneDrive – Vistasys AG\Projekte\2026\Kunden\Microsoft\Migrations\Dokumentation\Versionen\Final\
Je länger der Organisationsname ist, desto schneller treten Synchronisationsprobleme auf.
Neue Microsoft Richtlinie reduziert lange OneDrive Pfade
Microsoft ermöglicht nun Administratoren, den lokalen OneDrive Ordner individuell zu benennen. Beispiel:
Vorher
- C:\Users\Dominik\OneDrive – Vistasys AG
Nachher
- C:\Users\Dominik\OD
Wichtige Einschränkungen
Beim Festlegen eines benutzerdefinierten Ordnernamens gelten einige Regeln:
Der Ordnername darf nicht „OneDrive“ sein
Mindestens ein Zeichen ist erforderlich
Ungültige Windows-Zeichen sind nicht erlaubt
Der gesamte OneDrive Root-Pfad darf 120 Zeichen nicht überschreiten
Ausserdem gilt:
Neue Benutzer erhalten automatisch den neuen Ordnernamen
Bestehende Benutzer müssen OneDrive einmal entkoppeln und neu verbinden
Microsoft empfiehlt zudem, dass Benutzer den alten OneDrive Ordner danach löschen, um Verwirrung zu vermeiden.
Umsetzung über Group Policy (GPO)
Aktuell ist die einfachste Methode die Konfiguration über Group Policy (GPO).
Allerdings gibt es einen wichtigen Punkt:
Die Richtlinie ist nur im neuesten OneDrive ADMX Template verfügbar.
Viele Active Directory Umgebungen haben diese Vorlage noch nicht importiert.
Schritt 1: Neues OneDrive ADMX Template herunterladen
Das aktuelle Template kann über die OneDrive Administrative Templates heruntergeladen werden. Anschliessend müssen folgende Dateien in den Central Store kopiert werden onedrive.admx und onedrive.adml.
Typischer Pfad: \\domain\SYSVOL\domain\Policies\PolicyDefinitions
Schritt 2: Richtlinie konfigurieren
Nach dem Import steht die neue Richtlinie in der GPO zur Verfügung.
Pfad: Computer Configuration → Administrative Templates → OneDrive → Set a custom name for the OneDrive sync folder
Konfiguration:
Richtlinie Enabled setzen
Tenant ID eintragen
gewünschten Ordnernamen definieren
Umsetzung über Microsoft Intune
Auch über Microsoft Intune lässt sich die Richtlinie konfigurieren. Allerdings gibt es aktuell noch eine Einschränkung. Stand 11.03.2026 ist diese Richtlinie noch nicht im Intune Settings Catalog verfügbar, da Microsoft die Administrative Templates dort noch nicht aktualisiert hat. Administratorinnen und Administratoren müssen deshalb aktuell einen ADMX Import in Intune durchführen.
Sobald Microsoft die Richtlinie im Intune Settings Catalog integriert und allgemein verfügbar macht, wird dieser Artikel entsprechend aktualisiert.
Registry Wert der Richtlinie
Die Richtlinie setzt folgenden Registry Eintrag: HKLM\SOFTWARE\Policies\Microsoft\OneDrive
Key: CustomSyncRootFolderName
Beispiel:
[HKLM\SOFTWARE\Policies\Microsoft\OneDrive\CustomSyncRootFolderName] "TenantID"="CustomFolderName"
Fazit
Mit der neuen OneDrive Richtlinie zur Anpassung des lokalen Synchronisationsordners adressiert Microsoft endlich ein lange bekanntes Problem.
Durch die Möglichkeit, den lokalen OneDrive Ordner umzubenennen, lassen sich:
Pfadlängen reduzieren
Synchronisationsprobleme vermeiden
typische „Path too long“ Fehler minimieren
Der weltweite Rollout startet Mitte März 2026 und soll Anfang April 2026 abgeschlossen sein.
Gerade Unternehmen mit langen Organisationsnamen oder komplexen Ordnerstrukturen profitieren stark von dieser Verbesserung.
Quelle: Microsoft learn
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